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Marstall
Schwerin
Denkmalpflegerische Zielstellung
Erläuterung

1837 wurde Schwerin wieder Residenzstadt. Daher verlegte man die Regierungsgebäude sowie den gesamten herzöglichen Fuhrpark aus der Ludwigsluster Residenz hierher. Die alten Ställe und Gebäude am Alten Garten genügten den Anforderungen nicht mehr und so begann man bereits 1838, basierend auf Plänen von Georg Adolf Demmler, mit dem Bau eines neuen Marstalls auf der ehemaligen Wadewiese. Das Gebäude wurde 1842 fertiggestellt.
HOLZ (1993) vermutet, dass "Lenné im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Umgebung des Schweriner Schlosses im Herbst des Jahres 1840 auch für die Gestaltung der Marstallhalbinsel zu Rate gezogen" wurde und der Hofgärtner Theodor Klett mit der Realisierung beauftragt war. Originale Entwurfspläne wurden bisher allerdings nicht gefunden.
Es ist davon auszugehen, dass mit der Fertigstellung des Marstalls sein Innenhof als Reitanlage genutzt wurde. Auf dem Grundrissplan von 1848 zeigt sich die mittige Erschließung des Innenhofbereiches mit einem ca. 5 m breiten befestigten Weg als Verlängerung der Straße Großer Moor. Zu beiden Seiten der Reithalle befanden sich zwei große Reit-Flächen zum Abreiten und Bewegen der Pferde. Vor den Kopfbauten, Trakte I und XII, sind zwei kleinere Flächen verzeichnet, die wahrscheinlich bepflanzt waren.
Fotos um die Jahrhundertwende zeigen die Ausgestaltung des Innenhofes: Die beiden Sand-Reitplätze waren mit einem schmalen Rasenstreifen sowie einer Feldstein-Reihe eingefasst. Bis an das Gebäude heran befand sich ein Wegebelag aus Grand. Der zur Reithalle verlaufende Weg war vermutlich mit Granitplatten und beidseitiger Pflasterung belegt.


Heute kommt dem Marstallgebäude als Abschluss des Großen Moors und somit der Ost-Achse der Altstadt Schwerins besondere städtebauliche Bedeutung zu. Dabei steht der Marstall mit seinem flächigen Charakter dem eher konzentriert wirkenden Volumen des Schlosses entgegen.
Aufgrund dieser Tatsache und durch ihren Parkcharakter mit vielfältigen Blickbeziehungen ist die Marstallhalbinsel ein wichtiges Bindeglied zwischen Stadt und Landschaft.

Fotos Winterlandschaft Marstall

Projekt:


Auftraggeber:


Größe:

Kosten:

Denkmalpflegerische Zielstellung Marstallhalbinsel
Schwerin

Betrieb für Bau- und Liegenschaften des Landes M-V,
Geschäftsbereich Schwerin

ca. 8.200 m²

500.000 EUR

   
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© PROSKE & STEINHAUSEN | Stand: November 2004