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Fundort der Himmelsscheibe von Nebra  
 
Erläuterung  

Der Ort verströmte und verströmt einen besonderen Zauber. Dies wird bereits beim Betreten der Lichtung erlebbar. Man spürt förmlich die Magie wenn man aus der Dunkelheit des Waldes heraus tritt. Dieses besondere Gefühl wollen wir mit dem vorliegenden Entwurf noch verstärken.

Eingelagert in den Buntsandstein der Saale-Unstrut Region lag die Himmelsscheibe seit 1600 v.Chr im Mittelberg. Der Stein hat sie beschützt. Er ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Schichtung mit eingelagerten größeren Steinen. So betrachtet wurde die Scheibe über die Jahre ein Teil des Gefüges bis der Berg sie wieder frei gab.
Zur Bronzezeit war der Mittelberg komplett gerodet und bot freie Sicht auf den Brocken und den Kyffhäuser.

Um den Kontrast zwischen Dunkelheit und Licht noch zu verstärken wird von uns vorgeschlagen, den Wald bis zum Wall hin naturnah aufzuforsten. Nur die Bereiche der alten Zugänge bleiben von Bäumen frei oder werden gerodet. So wird durch diese Maßnahmen die alte Strukturen für den Besucher wahrnehmbar und die Grenzen des ehemaligen Walls werden deutlicher.
Mittel- bis langfristig ist vorgesehen, den gesamten Wald innerhalb der Anlage zu roden. Die Fläche innerhalb des Walls bedeckt Schotter aus dem anstehenden Gestein in zwei dunklen Farben. Der Verlauf der Bänder verbindet die ehemaligen Zugänge. Diese Fläche ist auch unter den noch stehenden Bäumen vorhanden und zeigt dem Besucher die Schichtung und Struktur des anstehenden Gesteins. Der Entwurf lässt sich sofort mit vergleichsweise wenig Aufwand umsetzen. Innerhalb der Wallanlage sind auch spätere archäologische Grabungen möglich ohne den Charakter der Anlage zu verändern. Die Schotterfelder führen bereits jetzt unter den Bäumen hindurch und lassen sich bei späteren Grabungen mit geringem Aufwand beiseite räumen.

So spiegelt der Innenraum des Walls die vertikale Ausrichtung (Schichtung) des Mittelberges mit seiner Fundstelle der Himmelsscheibe im Horizontalen wieder. Der Innenraum des Walls gibt einen Schnitt der Fundstelle zweidimensional wieder. Größere Steinblöcke bilden dabei, wie in der geologischen Schichtung, das Gerüst der Anlage und wirken wie Ruheinseln die zum Sitzen und "Atmen" der Anlage einladen. Ein Rundweg aus feinerem Splitt-/ Schottermaterial erschließt die Anlage.

Der eigentliche Fundort der Himmelsscheibe ist kreisrund mit einem Metallband eingefasst und mit einer schwarzen herausnehmbaren Estrichplatte abgedeckt. Auf der Platte befinden sich Sitzelemente welche die Form der Sonnenbarke und die der beiden Horizontbögen mit 82° interpretieren.

Den Eingang zur Anlage bildet ein Teilstück des in diesem Bereich wiederhergestellten Walles. Man betritt die Lichtung durch zwei gegenüberstehende Stahlscheiben, die ein Gefühl für die Dimension des alten Walles vermitteln.

Plan  

Wettbewerb:



Jahr:

 

Landschaftsarchitektur Mittelberg
Gestaltung des Fundortes der Himmelsscheibe von Nebra

Realisierungswettbewerb

2005

                 
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© PROSKE & STEINHAUSEN | Stand: Januar 2006